Gärtner Gregg

Grün im Gesundheitswesen

 

Lebendes Grün zum Patienten bringen

Raumbegrünung im Gesundhewitswesen ist oft zuerst und zu Recht ein Image- und Gestaltungsfaktor. Jetzt aber ist die Zeit, auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Nutzen von lebenden Pflanzen einzusetzen: Denn lebendes Grün beschleunigt die Genesung, senkt die Zahl der Krankheitstage und reduziert den Medikamentenbedarf.

Das hat der amerikanische Wissenschaftler Roger S. Ulrich vom College für Architektur, Texas, nachgewiesen. Früher waren Pflanzen im Krankenzimmer nicht gern gesehen, man fürchtete in der Erde versteckte Bakterien. Diese Sorge ist seit Einführung der Hydrokultur mit ihrem rein anorganischen Substrat aus der Welt. 

Denn bei Hydrokultur kann es zu keiner Schimmelbildung kommen, die Oberfläche des Hydrokultur-Substrats (z.B. Blähton) ist stets trocken und vor allem frei von organischer Substanz. Diese heute gängige Art der Raumbegrünung ermöglicht die Nutzung der positiven Effekte lebender Pflanzen überall – auch in Krankenhäusern und Arztpraxen. Mit Hydrokultur ist die Begrünung von Patientenumfeldern nicht nur möglich, sondern überaus positiv für Patienten, Mitarbeiter und Raumklima.

Senkt die Verweildauer, reduziert die Kosten

Aus Amerika berichtet Roger S. Ulrich die wirtschaftlichen Vorteile von Begrünung: Krankenhäuser und Therapieeinrichtungen haben den direkten Zusammenhang von Begrünung zu Verweildauer bzw. Pflegeaufenthalt der Patienten festgestellt. Patienten lassen sich lieber in begrüntem Umfeld kurieren und sind dabei auch noch schneller wieder gesund. 

Das Krankenhauspersonal arbeitet entspannter, leistungsfähiger und fühlt sich wohler. 

Bedenkt man den steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen, so spricht der wirtschaftliche Nutzen von Begrünungen für sich – und für die bewusste Investition in Grün: Der US-Forscher legt Rechenbeispiele aus der Klinikpraxis vor, die zeigen, dass Kostenreduzierungen von bis zu sechsstelligen Dollarbeträgen pro Jahr erreichbar sind.

 

 

 Weniger Komplikationen, schnellere Genesung

Im Rahmen einer Studie wurden Patienten, die sich einem chirurgischen Eingriff unterzogen hatten, auf Räume verteilt, die bis auf die Präsenz lebender Pflanzen völlig identisch waren, und der folgende Ablauf verglichen. Das Ergebnis:

Die Patienten mit Blick auf Grün konnten das Krankenhaus schneller verlassen, hatten weitaus seltener negative Bewertungen in ihrem Krankenbericht und weniger postoperative Komplikationen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Die Patienten ohne Grün benötigten mehr Injektionen mit starken Schmerzmitteln, während die Patienten ‚mit Natur‘ häufiger schwächere Schmerzmittel erhielten. Auch das, so die Studie, rechtfertigt die Annahme, dass Investitionen in lebendes Grün sich sehr schnell bezahlt machen.

 

Begrünung: Vom Foyer über die Wege ins Patientenzimmer

Doch der Weg von wissenschaftlicher Erkenntnis bis in die Praxis ist bekanntlich weit, sodass viele Kliniken zunächst ihre Begrünung auf Foyer und Flure ausdehnten. Oft finden sich sehr attraktive und großzügige Begrünungen an Wegen und Kreuzungen in den weitläufigen Gebäuden.  

2001 haben wir die erste Begrünung mit üppigen und widerstandsfähigen Hydrokulturpflanzen in Patientenzimmern vorgenommen – wohlüberlegt hat man sich hier für die Kurzlieger-Stationen aus den Bereichen HNO, Gynäkologie, Chirurgie und Gefäßchirurgie entschieden. 

 

 „Wir wissen, dass die Anmutung von Pflanzen zur Gesundung beiträgt“, erklärte die Klinikleitung. „Und Kurzliegern bringt kaum jemand Blumen mit, da ist lebendes Grün umso wichtiger.“ 

 

Neben den günstigen Auswirkungen auf Psyche, Genesungsverlauf und Wirtschaftlichkeit haben Pflanzen weitere positive Effekte, die die Farbe Grün allein nicht nachahmen kann: Pflanzen sind natürliche ‚Klimaregler‘. Sie

  •  bauen Schadstoffe aus der Luft ab,
  • verbessern und erhöhen die Luftfeuchtigkeit,
  • verringern die Staubbelastung,
  • wirken Schall dämmend und
  • können Räume ohne Einsatz technischer Mittel perfekt klimatisieren.   

  

  Welt der Wissenschaft >> Studien 

Dabei kommt natürlich auch die Ästhetik nicht zu kurz: Unterschiedlichste Gefäße und Zier-Kies bieten mannigfache Gestaltungsmöglichkeiten – vom alleinstehenden Gefäß über die Pflanzengruppe und die "grüne Insel" bis hin zur Plant-ed Wall.