Gärtner Gregg

Green Buildings

  

Nachhaltigkeit in Gebäuden - 'Green building'

 

Grüne Gebäude – green buildings – sind mit lebenden Pflanzen auf Dächern, in Zimmer, Hallen oder Fluren wortwörtlich ‚grün’ gestaltet. Aber nicht nur: Sie sind zudem nachhaltig und Ressourcen-schonend geplant und gebaut. Lebende Pflanzen leisten dabei enorme Arbeit für die Gesundheit der Bewohner und der Umwelt:

Das Klima in begrünten Gebäuden ist ebenso gleichmäßig temperiert wie beim Einsatz von Klimaanlagen, aber das Wohlgefühl ist viel höher und die Schallbelastung viel niedriger.

Eine Dachbegrünung trägt zur Luftverbesserung bei, bildet wertvolle Biotope in der Stadt und ist ein wichtiger Faktor für die Umwelt- und Lebensqualität.

Professionell geplante Innenraumbegrünung reinigt die Luft, erhöht die Luftfeuchtigkeit und sorgt so für die Gesunderhaltung und das Wohlbefinden des Menschen.

 

Saubere Luft in Neu-Delhi

 

Als die Ärzte dem indischen Geschäftsmann Kamal Meattle vor etwa 25 Jahren sagten, dass ihn die Luft in Neu-Delhi umbringen werde, war er schockiert. Natürlich wusste er, dass jährlich rund 10.000 Menschen durch die hohe Luftverschmutzung in der indischen Metropole sterben. Dennoch wollte er sein Zuhause nicht verlassen, und beschloss, seinen Beitrag zur Luftverbesserung zu leisten.

Zehn Jahre nach der ärztlichen Diagnose eröffnete Kamal Meattle das Paharpur Business Centre and Software Technology Incubator Park, ein Bürohaus mit angeschlossenem Hotel, in dem die Menschen eine so reine Luft atmen wie kaum anderswo auf der Welt. In dem etwa 1.700 qm großen Gebäude arbeiten 300 Angestellte – und 1.200 Pflanzen.

 

  

 

  300 Mitarbeiter, 1.200 Pflanzen

 

 

Dabei hat Meattle sich auf bestimmte Pflanzenarten konzentriert und empfiehlt z.B. für die Sauerstoffproduktion am Tage die Goldfruchtpalme (Chrysalidocarpus lutescens); schon vier schulterhohe Pflanzen produzieren den Sauerstoff für eine Person.

Ideal ergänzt wird sie durch die nachtaktive Sanseverie (Sansevieria trifasciata). Sie wandelt vor allem nachts CO2 in O2 um und wird daher auch als Schlafzimmerpflanze bezeichnet. Den Sauerstoffbedarf eines Menschen produzieren z.B. sieben hüfthohe Sanseverien.

Komplettiert wird das Trio durch die Efeutute (Epipremnum aureum), berühmt für ihre besonders effektive Filterung von Formaldehyd u.a. flüchtige organische Verbindungen aus der Raumluft. Besonders üppig gedeiht die Efeutute in Hydrokultur - wie überhaupt Hydrokultur die luftverbessernde Bioaktivität noch fördert.

Die luftreinigende Arbeit der Pflanzen unterstützt der Geschäftsmann in Indien durch sogenannte Luftschrubber, Partikelfilter zur Luftreinigung, und Sauerstoffanreicherung.

 

 

 

  

 

 Kosten sinken, Produktivität steigt 

Nach 15 Jahren Jahren stellt Kamal Meattles fest: Krankheiten und gesundheitliche Beschwerden der Mitarbeiter haben sich deutlich reduziert. Augenreizungen gingen um 52 % zurück, Beschwerden der Atemwege um 34 %, Kopfschmerzen um 24 %, Lungenkrankheiten um 12 %, und sogar Asthma konnte um 9 % gemildert werden. 

Durch den Rückgang der Krankheitstage ist die Produktivität gestiegen. 

Zudem hat der Geschäftsmann die Fassade des Gebäudes begrünt und erreicht so eine Absenkung der Raumtemperatur um 2 Grad Celsius, was einer jährlichen Leistungsreduzierung der Klimaanlagen von ca. 700.000 kWh entspricht. Übertragen auf unsere Breitengrade und Strompreise ist das eine Einsparung von rund 84.000 Euro pro Jahr. Alle Ergebnisse hat Meattle vom Zentralen Umweltausschuss der indischen Regierung überprüfen und verifizieren lassen. Die Ergebnisse wurden in internationalen Fachmagazinen veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 Grüne Energiesparer

 

Der große Erfolg des Paharpur Business Centre (PBC) hat Lust auf mehr gemacht. 2009 begannen die Bauarbeiten zu “GreenSpacesTM“, einem 55.000 qm großen “Super Platinum Green Building“. Mitte 2011 soll das kombinierte Geschäfts-, Büro- und Hotelgebäude bezugsfertig sein – und Pflanzen spielen erneut eine tragende Rolle.

“40 Prozent des globalen Energieverbrauchs”, so Kamal Meattle, “entfallen auf Gebäude. Unsere Aufgabe ist es, Bürogebäude so zu bauen, dass die Umwelt weniger belastet wird, um so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und sozialen Entwicklung zu leisten.” Meattles Ziel für GreenSpacesTM ist die Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 40 Prozent. Natürlich werden ihm wieder viele Pflanzen dabei helfen. PfP 090500 / DW

 

Pflanzen erhöhen Zimmerbelegung im Hotel

 

1992 schloss Dr. Jane V. Stiles, Großbritannien, ihre Studien im Opryland Hotel, Nashville, Tennessee / USA ab und stellte fest: Die Innenraumbegrünung auf 50.000 qm hat zu einer deutlich höheren Zimmerbelegung geführt.

 

Die Mehreinnahmen decken die Anschaffungs- und Pflegekosten für die Pflanzen mindestens um das Dreifache. 

 

  

Auf den Websites der Reiseveranstalter schwärmen die Reisenden:

"super schöne zimmer, irres hotel, einfach nur zum weiterempfehlen."13. Sep 2009 patricia_70, Schweiz

 

 

 

  

 

 

 

 

"Begrünung ist lohnende Investition"

 

 Beispiel MetroCentre, Gateshead

1995 lagen gleichzeitig zwei Studien aus Einkaufszentren vor: Dr. Jane V. Stiles, Großbritannien, hatte das 1986 eröffnete MetroCentre, Gateshead, untersucht und erklärte beim Internationalen Symposium "Plants for people" in Den Haag: "Innenraumbegrünungen können positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche und auf die Rentabilität eines Gebäudes haben. Besonders bei öffentlichen Gebäuden kann sich dies aus wirtschaftlicher Sicht als lohnende Investition erweisen."

Das MetroCentre in Gateshead bei Newcastle ist das größte Einkaufszentrum Großbritanniens und mit dem Vergnügungspark 'Metroland' und rund 330 Geschäften eines der größten Europas. Allein für die Innenraumbegrünung wurden 500.000 Britische Pfund an Anschaffungs- und Pflanzkosten investiert. Die jährlichen Pflanzenpflegekosten im Innenbereich betragen, so errechnete Dr. Stiles, 3,3 Prozent der gesamten Servicekosten, im Außenbereich sind es 1 Prozent.

Shoppertainment

Das Management des MetroCentre entspricht dem einer eigenen Stadt: 7.000 Mitarbeiter, rund 23 Millionen Besucher pro Jahr, eigene Busse, Straßen, Bahnhöfe... Dabei spielt "the unique shopping environment" – die einmalige Einkaufsumgebung – eine tragende Rolle.

In den MetroCentre-Richtlinien umfasst das Thema "Umwelt" drei Bereiche. Neben dem Sauberkeits- und Abfall-Management samt Recycling sind dies die Außen- und die Innenraumbegrünung.

 

 Beispiel Biologisches Einkaufszentrum, Norwegen

Der Norweger Jørn Viumdal hatte parallel die Wirkung der Begrünung in einem norwegischen Einkaufs- und Geschäftszentrum erforscht und schwärmte: "Längere Verweildauer, mehr Umsatz, mehr Wohlbefinden durch Begrünung!"

Im Metro-Center, dem "weltweit ersten Biologischen Einkaufszentrum", war das sogenannte Oasis-Konzept zur Begrünung umgesetzt worden, das sich an den Erkenntnissen der NASA orientiert.

Die Begrünung wurde von den jährlich rund vier Millionen Kunden sehr gut angenommen, das Modell des "grünen Einkaufszentrums" habe sich schon nach einem halben Jahr bewährt, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, stellte Viumdal fest.

Verweildauer stieg um 20 Prozent

Demnach hat sich die Aufenthaltszeit der Kunden im Einkaufszentrum aufgrund des Grüns um etwa 20 % verlängert; die höhere Verweildauer hat sich parallel im Umsatz nieder geschlagen. Außer den Pflanzen gebe es im Metro-Center keine weitere Dekoration; die Pflanzen seien die Dekoration, schilderte Viumdal.

Laut einer Kundenumfrage halten 69% der Befragten die Begrünung für wichtig, vor allem für die Atmosphäre (70%) und das Image des Einkaufszentrums. 94% der Befragten waren der Ansicht, dass die Pflanzen das Einkaufszentrum schöner machten.

 

Google Norwegen und das BioOffice

 

Der Forscher Jørn Viumdal hat 1985 in Stockholm die Firma "Rent-a-plant" gegründet, um die Fähigkeiten der Natur für Arbeitsplatzgestaltungen zu nutzen. 1987 richtete er den "ersten biologischen Arbeitsplatz" in einem norwegischen Unternehmen ein und arbeitete in den Folgejahren eng mit den Forschern der NASA und der norwegischen Universität für Biowissenschaften zusammen.

Immer mehr Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen nutzen die biologischen Zusammenhänge. 2004 gründet Jørn Viumdal 'BioOffice AS' und kreiert u.a. das "BioKontor". Große, internationale Unternehmen sind nun seine Kunden.

Seit 2010 arbeitet Viumdal gemeinsam mit Google Norwegen daran, die BioOffice-Lösung als Pionier-Projekt zu lancieren.

 

Grüne Gebäude nachhaltig bauen

Als grünes Gebäude verstehen wir Bauten, in denen Materialien sparsam verbaut und Ressourcen wie Energie und Wasser besonders effizient verbraucht werden. Gleichzeitig sind Bauherren, Planer und Architekten bemüht, schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt möglichst gering zu halten. Von diesen Maßnahmen sind von der Anlage, der Planung und der Konstruktion über den Betrieb, die Wartung und die Demontage alle Bereiche eines Gebäudes betroffen.

Das Ziel des grünen Gebäudes ist eindeutig: Es wirkt positiv auf Mensch und Umwelt und ist somit nachhaltig und zukunftsfähig. Der Einsatz von grünen Gebäuden hat gleich mehrere Vorteile:

1) reduzierte Betriebskosten

2) verminderter Energie und Wasserverbrauch

3) verbesserte Gesundheit von Öffentlichkeit und Nutzern

4) verbesserte Innenluft-Qualität

5) reduzierte Umweltbelastung

 

 

 

 

Lebendes Grün im Green Building

Praxisbeispiele zeigen, dass die Bau-Folgekosten z.B. für den Betrieb von Klimaanlagen durch den Einsatz von lebendem Grün dauerhaft niedrig gehalten werden können. Für die ‚grünen Klimaregler’ fällt die ökonomische Betrachtung der ‚green buildings’ demnach extrem positiv aus.

Die Begrünung von Dächern bringt echte bauphysikalische Vorzüge mit sich: Sie gleicht Temperaturschwankungen aus, kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Sie verlängert die Lebensdauer des Daches und hält Niederschläge zum Teil zurück.

Bei der sozialen und kulturellen Dimension der Nachhaltigkeit sind neben den Fragen der Ästhetik und Gestaltung, insbesondere die Aspekte des Gesundheitsschutzes und der Behaglichkeit von Bedeutung. Dank der positiven Wirkung von Pflanzen profitieren Mensch und Gebäude gleichermaßen vom echten Grün im ‚green building’.

Fazit

Lebende Pflanzen verbessern mit ihrer Bioaktivität messbar das Raumklima, reinigen die Luft, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sparen Energiekosten. Die richtige Bepflanzung ist preiswerter und natürlicher Klimaregler und senkt Energieverbrauch und Instandhaltungskosten. Professionell geplant können Pflanzen vollwertig als Klimaanlage eingeesetzt werden.

 

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